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Bahnindustrie macht auch Politik für Lieferprobleme verantwortlich

Die Bahnindustrie hat auch den Gesetzgeber für die aktuellen Lieferverzögerungen bei Zügen des Nah- und Fernverkehrs
verantwortlich gemacht. «Wir brauchen dringend eine gesetzliche
Klarstellung», mit der Normen im Schienenverkehr für eine bestimmte
Zeit nach Auftragserteilung festgeschrieben werden sollen, verlangte
der Präsident des Verbandes der Bahnindustrie (VDB), Klaus Baur, am
Dienstag in Berlin.

Industrie, Verkehrsunternehmen und Politik hatten sich nach
anhaltenden Qualitäts- und Lieferproblemen im Mai auf ein «Handbuch
Eisenbahnfahrzeuge» geeinigt, dessen normativer Charakter aber noch
als EU-Verordnung festgeschrieben werden muss. Bahnfahrzeuge könnten
nicht einfach von der Stange gekauft werden, machte Baur geltend.
Wenn während der mehrjährigen Entwicklungs- und Herstellungsperiode
neue Standards zu erfüllen seien, werfe das den Zeitplan oft völlig
um.

Zu den mehr als 100 nicht zugelassenen fabrikneuen Nahverkehrszügen des Typs «Talent 2» agte Baur, der auch Vorstandsvorsitzender des Herstellers Bombardier ist, ohne nachträgliche Auflagen der Behörden wären sie mit Sicherheit schon zugelassen. Er erwarte das grüne Licht des Eisenbahn-Bundesamts noch für diesen Monat.

VDB-Hauptgeschäftsführer Ronald Pörner kritisierte, dass die
Bundesregierung einen «Ausrüstungsstopp» für das neue europäische
Leit- und Sicherungssystem ETCS verhängt habe. Jedenfalls sei die
Ausrüstung von 670 Kilometern der europäischen Transitstrecke
Rotterdam-Genua auf deutschem Gebiet offiziell erst für frühestens
2021 in Aussicht gestellt worden, sagte er und verwies darauf, dass
die EU-Vorgaben 2015 vorsähen.

Quelle: dapd



von Hans-Joachim B. am 14.10.2011 12:04:48




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